

Karst
ein einzigartiges Weinterroir
Geologisch betrachtet ist der Karst eine Welt für sich. Die Karst-Hochebene im Südwesten Sloweniens, die sich bis über die Grenze zum Golf von Triest in Italien erstreckt, gilt unter Geologen als Klassischer Karst – die Mutter der Karstlandschaften. Es ist eine skurrile Welt aus wasserlöslichem Kalkstein. Hier begannen die ersten Höhlenforschungen, hier legte der Mensch die Grundlagen der Karstologie, und hier erhielten die Karstphänomene ihre Namen. Im Lauf der Erdgeschichte prägten verschiedene Klimabedingungen diese Landschaft; heute ist der Karst geprägt von einem faszinierenden Wechselspiel aus mediterranem und kontinentalem Klima. Starke Bora-Winde, kühlere Nächte, aber viel Sonne und Wärme, ausreichende Niederschläge, jedoch aufgrund der Bodenzusammensetzung und der Porosität des Gesteins auch häufige Trockenheit.
Auf dieser steinigen Hochebene, die ohne Oberflächengewässer auskommen muss, hat der Karstmensch gelernt zu leben. Aus der scheinbar harten und kargen Landschaft schuf er eine unverwechselbare Kulturlandschaft, eine der ältesten Europas. Mit dem Stein baute er, und die spärliche Erde, die die Natur zwischen den Felsen ließ, nutzte er sorgfältig für die Landwirtschaft. Schon vor langer Zeit begann er auch, die kultivierte Weinrebe anzupflanzen.
Ein wichtiges Merkmal des Karst-Plateaus ist der karbonathaltige Boden, der Kalkstein, auf dem über Millionen von Jahren die rote Erde, auch Terra Rossa oder Jerina genannt, entstanden ist. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die rote Erde ein längst umgewandeltes Sediment aus Tonen und Lehmen ist, das einen signifikanten Anteil an unlöslichen Rückständen von Kalkstein und Dolomit sowie verschiedenen Beimischungen aufweist. Unter diesen spielt das Vorhandensein von Quarz bzw. Hornstein eine wichtige Rolle, da es die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens beeinflusst und ihm in Kombination mit Eisenoxid die charakteristische rote Farbe verleiht. Auf den Schichten von Kalkstein aus verschiedenen geologischen Zeitaltern sind zwei grundlegende Typen von Karstböden entstanden, die sich hauptsächlich in ihrer Tiefe und dem Anteil des vorhandenen Quarzes unterscheiden.
Aufgrund ihrer Zusammensetzung sind Karstböden schwer, aber gut drainiert und luftig. In den regenfreien Sommermonaten können sie jedoch auch trocken werden. Studien belegen, dass moderater Trockenstress zu einem höheren Gehalt an roten Farbstoffen führt, welche ein erkennbares Merkmal des Teran sind. Dank der spezifischen Struktur der Karstböden kann die Weinrebe mit ihren Wurzeln, die sogar durch Risse im Kalkstein wachsen, sehr tiefe Wasserquellen erreichen. Dies ist eine weitere Besonderheit der Karst- Umgebung.