Geheimnis 4

Teran durch die Zeit

mind. 3000 Jahre Anbaugeschichte

Uberraschender archäologischer Fund: Urzeitliche Weintraubenkerne.

Bis vor Kurzem ließen schriftliche Quellen vermuten, dass die Rebe am Karst bereits vor über zweitausend Jahren kultiviert wurde. Die jüngsten archäologischen Ausgrabungen im Kellerbereich eines prähistorischen Objekts, am Standort der heutigen Vinothek im Schloss Štanjel, brachten überraschende Entdeckungen3 und verschoben diesen Zeitpunkt um mindestens ein halbes Jahrtausend zurück. Die Forscher fanden in den archäologischen Schichten verkohlte Samen und Früchte. Die größte Aufmerksamkeit erregten die zahlreichen verkohlten Kerne der kultivierten Weinrebe, die in das frühe 4. Jahrhundert v. Chr. reichen. Unter den Funden aus dieser Zeit befinden sich auch Teile eines keramischen Silos mit einer erhaltenen Veneter-Inschrift, welche die derzeit älteste Inschrift auf Keramik im Land darstellt. Archäometrische Studien der gefundenen Keramik zeigten, dass das Gefäß lokal hergestellt wurde und, den Spuren von Alkohol sowie der Häufigkeit der Kerne nach zu urteilen, zur Verarbeitung und nicht zur Lagerung von Wein diente. Die wertvollen Entdeckungen zeugen von der Existenz der Weinherstellung am Karst in prähistorischer Zeit, genauer gesagt am Ende der älteren Eisenzeit.

Der Ruhm des Teran im Laufe der Jahrhunderte.

Historiker des Teran sind noch immer intrigiert von den Aufzeichnungen des römischen Schriftstellers und Gelehrten Plinius des Älteren (23 bis 79 n. Chr.), der in seinen Schriften den Pucinum-Wein erwähnte: „… der schwärzeste Wein von allen … am Golf des Adriatischen Meeres, nicht weit entfernt von dem steinigen Hügel der Quelle des Timavo“. Plinius führt an, dass Livia, die Frau von Kaiser Augustus, ihr hohes Alter dem Pucinum- Wein zuschrieb. Trotz einiger Zweifel herrscht heute die Überzeugung, dass er den Teran beschrieb.

Auch verschiedene spätere Dokumente belegen, dass Teran über lange Jahrhunderte hinweg hoch geschätzt wurde. Im 13. Jahrhundert konnten Bauern im Triester Raum ihre Abgaben an Herrscher und Grundherren mit Wein – mit Teran und Rebula – entrichten. Über den Ursprung des Namens Teran wurde bereits im fünfzehnten Jahrhundert diskutiert. Angesehene Autoren, die vom 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts den Weinbau in diesem Teil Europas beschrieben, erwähnten Teran als wichtigen und besonderen Wein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zerstörte die Reblaus auch am Karst fast die gesamten Weinberge, deren Wiederaufbau sich aufgrund der beiden Weltkriege langsam und mit großer Mühe vollzog. Der Ruhm des Teran ist nie vergangen. Mit der Erneuerung der Weinberge begann gegen Ende des letzten Jahrhunderts seine Wiedergeburt.

3Manca Vinazza, Universität Ljubljana, Philosophische Fakultät, Institut für Archäologie